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Osobnosti na Božím Daru

Persönlichkeiten in Boží Dar

In Boží Dar lebten und wirkten zwei bedeutende Persönlichkeiten. Sowohl Nikos Kazantzakis, als auch Anton Günter ließen sich von der wilden Schönheit und dem Leben im Erzgebirge inspirieren. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse übertrugen sie in ihre Werke.

Nikos Kazantzakis

Der bedeutendste griechische Prosaiker des 20. Jahrhunderts Nikos Kazantzakis wurde am 18.2.1887 weit entfernt vom rauen Erzgebirge auf der sonnigen Insel Kreta geboren. ER studierte Jura in Athen und Philosophie an der Sorbonne in Paris.

Ständig auf Reisen

Er war ein großer Reisender. Seine Reisen führten ihn nach Schweden, Russland, er lebte in Berlin sowie in Wien, von wo aus er Reisen nach Afrika und Asien unternahm. Im Jahre 1948 war er in Paris Berater für die UNESCO. Die unruhige Entwicklung in Mitteleuropa verschlug den großen Kreter zu Beginn der dreißiger Jahre in die damalige Tschechoslowakei.

In Boží Dar rein zufällig...

Dieser Prosaiker fand seine schöpferische Energie lediglich in der Berührung mit den urwüchsigen Elementen - der Erde, dem Wasser, der Sonne und dem Meer. Die Hektik der Großstadt erschöpfte ihn und daher flüchtete er in die „absolute Einsamkeit inmitten des Schnees“. Diese Gelegenheit bot sich ihm im Zug auf dem Wege nach Prag, als ihm durch einen zufälligen Mitreisenden, einen tschechischen Bergmann, angeboten wurde, in Joachimsthal auszusteigen und den Weg in eine Höhe von 1028 m ü. M., wo Boží Dar liegt, fortzusetzen. Ein Dach über dem Kopfe fand er in Myslivny (Försterhäuser) im Hause des Herrn Filip Kraus.

Dank den Musen des Erzgebirges

Kazantzakis verbrachte in Boží Dar zwei Zeiträume, vom 10. 5. 1928 bis zum 9. 4. 1930 und von Ende Juni 1931 bis zum 31. 5. 1932. Die Hauptidee seines Aufenthaltes in Boží Dar bestand nicht in der geringen Miete und in der Bescheidenheit des Daseins, sondern vor allem in der schöpferischen Tätigkeit am Epos Odyssee, das er als sein größtes Werk erachtete. Der Arbeit an der zweiten und dritten Version des Epos, das er im Jahre 1924 auf Kreta in Angriff nahm, widmete er die meiste Zeit seiner beiden Aufenthalte in Boží Dar. Die dritte, bei seinem zweiten Aufenthalt fertig gestellte Version, ist die Grundlage der endgültigen Gestalt des Werkes, das 333 333 Verse umfasst. Hier entstanden jedoch auch die Ansätze und Pläne weiterer bedeutender Werke des Autors wie z.B. Kapitän Elias, Kapitän Michalis, Freiheit und Tod. Beim zweiten Aufenthalt in Boží Dar kehrte der Prosaiker zum Gedanken der Filmdrehbücher zurück. So entstanden Skizzen zu den Filmen Buddha, Don Quijote, Dekameron, Sonnenfinsternis und weitere.

Man kann sagen, dass für Kazantzakis die Zeit in Boží Dar äußerst fruchtbar war. Angemerkt sei, dass ein sehr inniges Verhältnis zu Kazantzakis unser Komponist Bohuslav Martinů hatte, nach der Vorlage des Buches Der wieder gekreuzigte Christus eine Oper komponierte. Im Jahre 1952 zeigten sich die ersten Symptome eines Krebsleidens. Nikos Kazantzakis starb am 26. 10. 1957.

Anton Günther

Das Anton-Günther-Denkmal, das Denkmal des Volksdichters und Liedermachers, wurde im Jahre 1936 zu Ehren seines sechzigsten Geburtstages enthüllt. Eine wichtige Quelle der Inspiration seines Schaffens waren die raue erzgebirgische Natur und seine Familie.

Das Schaffen von Anton Günther

Er hat über 100 Lieder und Gedichte geschrieben. Günthers Lieder erschienen in Musikverlagen, auf Schallplatten und Liedpostkarten. Sein bekanntestes Lied, das die meisten Deutschen kennen, auch wenn ihnen der Autor nicht bekannt ist, heißt „‘s is Feierohmd“ (Feierabend). Das Prachtstück seiner Arbeit ist das Lied „Grossmütterle“, das er seiner geliebten Großmutter gewidmet hat.

Das Leben von Anton Günther

Anton Günther wurde am 5. 6. 1876 in Boží Dar als zweites Kind des Johann Günther und seiner Frau Elisabeth geboren. Nach dem Abschluss der Schule wollte er Förster werden, da der Wald seine Liebe war, was ihm jedoch verweigert wurde. Sein Vater gab ihn in die Lehre zum Lithographen Schmidt nach Buchholz bei Annaberg. In späteren Jahren nutzte er diese Erfahrung bei der Herausgabe seiner Liederansichtskarten. Im Jahre 1908 heirate er in Boží Dar Maria Zettl. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, musste Anton Günther in der österreichisch-ungarischen Monarchie einrücken. Nach Hause kehrte er erst im Jahre 1918 zurück. Er war ein häufiger und willkommener Gast im benachbarten Sachsen, wo er liebevoll „Tholer - Hans - Tonel“ genannt wurde.

Der Tod des Anton Günther

Zu Beginn der dreißiger Jahre traten Veränderungen ein, indem es nicht mehr so leicht war, die Grenze zu überschreiten. Die nachfolgenden politischen Wirren und finstere Gedanken hinterließen bei ihm ihre Spuren. Am 29. 4. 1937 entschied er sich, seinem Leben freiwillig ein Ende zu setzen. In den Herzen der Bewohner des Erzgebirges lebt er jedoch mit seinen Liedern und Gedichten bis in die heutige Zeit.

informaceDas Anton-Günther-Denkmal finden Sie unweit des Infozentrums Boží Dar. Alljährlich findet hier ein von den deutschen Anhängern veranstaltetes „Singen“ statt. Sollten Sie Lust haben, die 65 km lange Rundwanderung mit der Bezeichnung „Antona- Günther-Weg“ über den Kamm des Erzgebirges zu absolvieren, so beginnt und endet er in Boží Dar.

Anton Peithner (1727–1792)

Der fast vergessene Landsmann aus Boží Dar war in der Barockzeit ein renommierter Geograf, Naturwissenschaftler, jedoch vor allem ein Bergbaufachmann. Er bekleidete die Funktion des Landesoberinspekteurs Böhmens. Wesentlich hatte er an der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung des Bergbaus Anteil. Im Jahre 1780 schrieb er eine Monografie zur Geschichte des Erzbergbaus, die bis heute zu den bedeutendsten Arbeiten in der Geschichtsschreibung des tschechischen Bergbaus gehört.

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